Mein Anfang

Zurückblickend hatte ich den Zauberwürfel schon einige Male in der Hand,  jedoch gab ich immer früh auf und Lösungen so wie heute gab es nicht. Doch 2010 war es soweit und einer meiner Kumpel zeigte mir, wie er einen Zauberwürfel löste. Er hatte dabei einen Zettel auf dem Schoß, doch bei der Tatsache, dass er ihn lösen konnte, war dies völlig egal. Eine Drehung nach der anderen und immer mehr schien der Würfel der Lösung nahe zu kommen. Ich war begeistert, dass mein Kumpel einen Zauberwürfel lösen konnte. Es sah komplex aus mit den ganzen Buchstaben und solches Zeug, aber das reizte mich umso mehr.

 

Ich kaufte mir also einen Rubik's Cube im Laden und fing an, die Anfängermethode zu lernen. Dabei nutzte ich, wahrscheinlich wie Du, Youtube. Mit diesen reinen Textlösungen konnte ich nix anfangen. Ich sah mir also die Lösung an und war erstmal erstaunt, wie viel System hinter der ganzen Sache steckt. Ich machte mir also einen Schmierzettel mit Notizen, den ich immer mit mir rum schleppte. Es dauerte zwar 41 min bei meinem ersten Versuch, aber das Gefühl solch ein "unlösbares" Ding gelöst zu haben, war schon extrem cool.

Vielleicht wurde ich da mit dem "Cubevirus" infiziert, weil ich es versuchen wollte schneller zu machen. Diesen Zauberwürfel auf Zeit zu lösen war noch viel cooler, als ihn bloß lösen zu können. Also übte ich weiter mit dem Zauberwürfel und war innerhalb kurzer Zeit schon auf 5 min gelangt.

 

Jetzt war es an der Zeit, ihn auch ohne Zettel lösen zu können, weil man mit einem Zettel noch wie ein Cheater aussah. Viele Leute verstanden nicht, dass das Verdrehen des Würfels reiner Zufall war und es keine Universallösung gab. Ich übte also weiter und konnte den Würfel ohne Hilfsmittel lösen.

Da mein Kumpel auch immer noch dran war, den Würfel schneller lösen zu wollen, trafen wir uns zum Cuben. Das ist, was das Cuben auch ausmacht: Mit Freunden zusammen reden, würfeln, sich Tipps geben oder einfach nur auf Zeit gegeneinander zu cuben.

 

Man traf sich also immer regelmäßiger und cubte einfach. Manchmal stundenlang immer und immer wieder - hunderte Solves ohne Pause. Es war wie eine Sucht. Es machte wirklich Spaß.

Man war auch mit Fremden immer schnell im Gespräch, weil das Cuben schon für Viele fazinierend war und die Tatsache, dass allein das Lösen des Würfels - nicht einmal auf Zeit - ein Erstaunen in den Augen hervorbrachte. Jetzt wiederholten sich auch die Sprüche wie: "Ich würde das nie können.", "Ich mache immer die Sticker ab und wieder neu rauf." und "Ich schmeiße ihn gegen die Wand und setze ihn richtig zusammen." Das sind Sachen, die man als Cuber häufig hört. Aber die Aussage, man könne dies nicht, halte ich für falsch. Jeder kann ihn lernen, nur schnell sein ist eine andere Sache.

Im Laufe des Jahres 2011 kamen dann neue Cubes hinzu. Man besorgte sich sogenannte "Speedcubes". Als Nächtes holte ich mir einen 2x2-Cube. Diesen versuchte ich mit Hilfe der "Layer by Layer-Methode" zu lösen und es klappte. Ich und mein Kumpel trafen uns weiterhin und auf einmal war mein Kumpel schneller als ich. Er ist der Typ Mensch, der nicht verlieren kann und rieb mir jede bessere Zeit unter die Nase. Ich war überrascht, dass er solche Fortschritte gemacht hat, weil ich im 3x3 cuben häufig besser war. Zu diesem Zeitpunkt waren wir so bei 1:20 Minuten im Durchschnitt und mit dem 2x2-Cube so zwischen 15-30 Sekunden. Doch mein Kumpel war jetzt unter 15 Sekunden beim 2x2 und er wollte mir weiß machen, dass er keine spezielle Methode benutzte. Also informierte ich mich und stieß auf die Fridrich-Methode.

 

Ich sah also, dass man mit wenig Algorithmen schnell an sein Ziel kam und so lernte ich am gleichen Abend die neue Methode. Jetzt kam das Wiedersehen mit meinem Kumpel und siehe da, ich konnte mithalten oder war teilweise sogar schneller. Ab dann packte mich das "Speedcubingfieber" so richtig, weil so effektiv und schnell einen Cube zu lösen, war schon echt spaßig. Die Ortega-Methode war dann auch noch schnell gelernt und so war ich mit dem 2x2 erstmal zufrieden.

 

So wurde ich immer tiefer in den Kaninchenbau gezogen und nun war es mein Ziel, einfach noch schneller zu werden.

 

Also lernte ich Ende 2011 die Fridrich-Methode für den 3x3 ...

 

...Fortsetzung folgt